Ich bin Sasha Refahi Powell und 14 Jahre alt. Ich besuche die 9. Klasse am Beethoven-Gymnasium in Berlin. Ich war von Februar bis März 2026 drei Wochen lang in Spanien auf einem Austausch. Ich habe Picassent, eine kleine Stadt neben Valencia, besucht und dort bei der Familie meiner Austauschpartnerin Julia gelebt. Mein Aufenthalt wurde von Erasmus+ organisiert und finanziell unterstützt.
Die erste Woche war ich mit meinem Spanischkurs dort, der einen regulären Austausch von einer Woche machte, und die nächsten zwei Wochen blieb ich ohne sie. In der ersten Woche, mit dem Kurs, unternahmen wir viele Aktivitäten zusammen, die die Austauschschüler für uns organisierten, z.B. Lasertag spielen oder ins Jumphouse gehen. Wir machten auch Ausflüge zum Stadtzentrum von Valencia mit unseren Lehrerinnen aus Deutschland und besuchten vieles in kultureller und touristischer Hinsicht.
Während wir in Picassent waren, waren Vorbereitungen für „Las Fallas“ im Gange – ein Fest aus Valencia, für welches das ganze Jahr kleine bis riesige Statuen gebaut werden, um an Las Fallas verbrannt zu werden, wie früher die valencianischen Schreiner ihren Müll. Die Skulpturen stellten meist Geschehnisse aus der vergangenen Zeit dar. Mit unseren Lehrerinnen besuchten wir eine Werkstatt, in der die Skulpturen für Las Fallas hergestellt wurden und sahen den Prozess
Während unseres Aufenthalts fingen die Feierlichkeiten gerade erst an. Es gab jedes Wochenende bis zum Las Fallas Feste und Partys und im Stadtzentrum zündeten sie jeden Mittag Feuerwerke namens „Mascleta“. An zwei Wochenenden sind wir mit Julias Familie nach Valencia gefahren, trafen dort ihre Großmutter und Brüder und schauten der Mascleta zu. Sie war extrem laut und sollten rhythmisch wirken. Vor der Mascleta gingen wir in ein Café und aßen einen typischen valencianischen Brunch.
Ein Gericht aus der Valencia-Gegend, das wir übrigens sehr oft gegessen haben, war „Paella“, ein bekanntes Reisgericht. Julia sagte mir, dass sie mindestens zwei Mal pro Woche Paella essen würde. Wir gingen in der ersten Woche auch mit allen Austauschschülern in ein Paella-Restaurant und sahen dabei zu, wie sie gemacht wurde.
In den beiden Wochen, als der Rest meines Spanischkurses zurück in Berlin war, besuchte ich regulär mit Julia ihre Schule: „IES L’OM“. Dort wurde in allen Fächern auf zwei Sprachen unterrichtet: Valencianisch und Katalanisch. Die Schüler lernen beide Sprachen, weil Picassent in der Provinz Valencia, dem östlichen Teil Spaniens, liegt, wo man als Variante Valencianisch spricht. Außerdem wird dort Valencianisch unterrichtet, damit es nicht als Sprache verloren geht. Ich hingegen lerne in der Schule nur Katalanisch, das „normale“ Spanisch.
In Julias Klasse konnten viele recht gut Englisch, obwohl ich erfahren habe, dass eigentlich nur wenige Jugendliche aus Picassent Englisch konnten. Sie waren alle sehr nett und offen.
Die Klassenatmosphäre war interessant, weil die Schüler die Lehrer mit ihrem Vornamen ansprachen und sich sehr informell mit ihnen unterhalten haben. Die Schüler meldeten sich außerdem meistens nicht, sondern riefen Fragen oder Antworten laut in die Klasse. Sie hatten übrigens etwa zwei Mal pro Woche gewählte Extrastunden, welche Wahlfächer ähnlich waren.
Nachdem mein Spanischkurs weg war, verbrachte ich oft Zeit mit den spanischen Schülern des Austausches. Meistens haben wir uns aber nur in Picassent in der Nachbarschaft oder im Park getroffen und, weil Picassent so klein ist und alle sehr nah beieinander wohnen.
Sie haben nicht, wie oft in Berlin, kostenpflichtige Aktivitäten gemacht, sondern eher Spaziergänge und unterhielten sich viel. Am Wochenende aßen wir ein paar Mal leckere und günstige Churros vom Markt der kleinen Stadt.
Die drei Wochen in Spanien waren sehr interessant und ich habe durch meine Umgebung viel mehr Spanisch verstanden als zuvor. Die Leute waren sehr offen und sympathisch und ich würde Picassent natürlich gerne noch einmal besuchen.